Erlesenes Hören                                                       Bibliodiversität statt Amazonisierung


"Die Literatur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat man ausgiebig erforscht, und dass es in ihr, zumal in einer der grossen, aufmerksam beobachteten Sprachen, noch immer Meisterwerke geben könnte, die auf Entdeckung warten, ist ziemlich unwahrscheinlich. Und doch stiess ich .... beim Stöbern in einem Kasten mit abgegriffenen Taschenbüchern vor einem Buchladen an der Londoner Charing Cross Road auf ein solches Buch - "Ein Sommer in Baden-Baden" -, das ich heute zu den schönsten, anregendsten und originellsten literarischen Werken des vergangenen Jahrhunderts zählen würde." So beginnt ein Essay mit dem Titel "Dostojewski lieben", den die amerikanische Publizistin Susan Sontag über das Buch von Leonid Zypkin geschrieben hat, das nun als unser neues Hörbuch physisch mit 5 Audio-CDs oder auch zum Download verfügbar ist. Das vollständige Essay ist in unserem Booklet abgedruckt.

Wir freuen uns über die Anerkennung unserer Arbeit und die erneute Auszeichnung unserer Hörbücher von der hr2-Hörbuchbestenliste. Das Hörbuch «Wiesenstein» von Hans Pleschinski, gelesen von Bodo Krumwiede ist bereits das vierte von zur Zeit siebzehn lieferbaren Titeln, die diese Auszeichnung erhalten hat. Zuvor wurden bereits unsere Hörbücher «Melnitz», «Schuberts Winterreise» und «Die Zuneigung ist etwas Rätselvolles» von der hr2-Hörbuchbestenliste ausgezeichnet. «Schuberts Winterreise» wurde zudem 2020 für den Deutschen Hörbuchpreis nominiert. Die Jury begründete ihren Entscheid wie folgt: "Das Hörbuch ist ein klangliches Gesamtkunstwerk, das Schubert-ungeübte Hörer an die „Winterreise“ heranführt und Kennern das Werk neu erschließt. Zum Auftakt der einzelnen Kapitel singt Ian Bostridge jeweils ein Lied aus dem Zyklus. Matthias Neukirchs Lesung zeigt die Begeisterung des Autors für die „Winterreise“ und wird dessen facettenreichen Reflexionen gerecht. Die eingestreuten, akustisch abgesetzten Zitate zu Schubert sowie ein Booklet mit den Liedtexten runden dieses Hörerlebnis ab."

 

 Diese positiven Rückmeldungen auf unsere Hörbücher kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass es die Bibliodiversität, um die wir uns mit unserem Programm bemühen, zunehmend schwer hat. In den Buchhandlungen finden wir kaum statt, weil auch der Zwischenbuchhandel immer mehr dazu übergeht, nur noch die Bestseller zu listen, die in der Regel von grossen Verlagen angeboten werden. Die literarische Vielfalt steht hier auf dem Spiel.

 

Die Corona-Zeit hat diese Entwicklung zusätzlich verstärkt. Wir haben uns deshalb dazu entschlossen, eine

Corona-Sonderaktion

zu lancieren, mit der wir 5 Hörbücher aus unserem Programm zu einem Paketpreis von 55.00 Euro anbieten, mehr als 58 Stunden «Erlesenes Hören». Wir freuen uns auf zahlreiche Unterstützer, damit wir auch weiterhin etwas für die literarische Vielfalt tun können.

 

 

 

Unser Programm


"Wir müssen uns darüber im Klaren sein", so hat es Marcel Reich-Ranicki formuliert, "dass die ernste Literatur sich überhaupt nur an einen kleinen Teil der Bevölkerung richtet. Unsere Aufgabe ist es, die Zahl der Leser dieser Bücher zu vergrössern." Mit unserem Programm «Erlesenes Hören» versuchen wir, die Zahl der Hörer dieser Bücher zu vergrössern, und wir sind zuversichtlich, dass wir dieses Ziel auf Dauer auch erreichen werden. Wer Aussergewöhnliches schätzt, findet es bei uns. Seien es unsere Romane, Krimis oder Biografien.

Jedes unserer physischen Hörbücher bietet nicht nur durch die Qualität seiner Aufnahme, sondern auch durch seine Haptik etwas Besonderes. Selbstverständlich sind auch alle Hörbücher zum Download verfügbar.

Der Verlag


"Das Epische ist weit eher Hörwerk als Lesewerk." Dieser Ausspruch des deutschen Nobelpreisträgers Thomas Mann steht als Leitspruch über dem Verlagsprogramm. Die Hörkultur Verlag AG ist bestrebt, mit einem eher ausgefallenen, ambitionierten Programm zur Bibliodiversiät beizutragen. Beispiele dafür finden sich in der linken Spalte unter der Rubrik "Unser Programm". Sei es die Rabbi Klein-Krimireihe von Alfred Bodenheimer, die im Sommer 2019 um drei weitere Titel erweitert wird, sei es die kulturhistorische Beschreibung einer Reise quer durch Europa ("Die Zeit der Gaben"), die Satiren von Michail Sostschenko ("Wie mit Gabeln aufs Wasser geschrieben", das mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde), oder Romane wie "Die Auferstehung", "Evangelio", "Alles, was wir geben mussten", oder auch der erstmals als Hörbuch gerade erschienene Erfolgsroman "Melnitz" von Charles Lewinsky. Mit den Musikerbiographien "Flieg, Gedanke..." über Giuseppe Verdi, und "Schuberts Winterreise" haben wir zwei Hörbücher mit der Musik der jeweils Portraitierten inszeniert. Dieser Reihe wird im Herbst das Hörbuch "Mozart - Genius und Eros" folgen. Zu jedem dieser Hörbücher haben wir den passenden Sprecher/Sprecherin gefunden.  Unser Bestreben ist es, Longseller zu präsentieren, die  keinem Modetrend unterworfen und  abseits vom literarischen Mainstream angesiedelt sind.

«Ich habe einen ganz einfachen Geschmack. Ich bin immer mit dem Besten zufrieden.» Mit diesen Worten wird Oscar Wilde gern zitiert. «Es könnte auch ein Orientierungsspruch für den Hörkultur Verlag sein.»

In Vorbereitung

Wir freuen uns, Ihnen hier einen Einblick in unser aktuelles Schaffen und einen Vorgeschmack auf bald erscheinende Werke zu geben. Im Sommer 2020 freuen wir uns auf das Hörbuch "Die Surrealistin", ein Roman von Michaela Carter über die Liebesbeziehung in schwieriger Zeit zwischen Leonora Carrington und Max Ernst, auf die grossartige Biographie "Mozart-Genius und Eros" von Eva Gesine Baur und als Hörbuch inszeniert mit der Musik Mozarts, beide gelesen von Cathrin Störmer. Zudem werden wir die "Berliner Briefe" von Susanne Kerckhoff, eine Entdeckung von Peter Graf (Verlag Das kulturelle Gedächtnis) gemeinsam mit rbb Kultur produzieren. Gelesen wird es von Jennipher Antoni. Das Buch wurde am 5. Juni im Literarischen Quartett vorgestellt. 

Weitere Projekte sind die Hörbücher "Ein Sommer in Baden-Baden" von Leonid Zypkin, das den Aufenthalt von F.M. Dostojewski in Baden-Baden thematisiert, und die ersten beiden Bände von Jon Fosses Heptalogie "Der andere Name.