© Hans-Ludwig Böhme
Sylvester Groth

Sylvester Groth, geboren 1958 in Jerichow (Sachsen-Anhalt), studierte zunächst an der Staatlichen Schauspielschule Berlin (heute: "Ernst Busch" Schauspielschule). Seine Karriere begann der ausgebildete Tenor am Theater. In den vergangenen Jahren war Sylvester Groth auf nahezu allen bedeutenden deutschsprachigen Bühnen zu sehen. Von den Münchner Kammerspielen über die Berliner Schaubühne bis zu den Salzburger Festspielen und dem Wiener Burgtheater und dem Zürcher Schauspielhaus steht Groth in den renommiertesten deutschsprachigen Häusern u.a. in Klassikern wie "Nathan der Weise" und "Macbeth" auf der Bühne.
Neben seinen zahlreichen Theaterarbeiten ist Groth ab Anfang der achtziger Jahre zunehmend auch in Film- und Fernsehrollen zu sehen. Der Durchbruch gelingt ihm hier mit einer Hauptrolle in Frank Beyers Drama "Der Aufenthalt" (1982), in dem er einen unschuldig verfolgten Kriegsgefangenen verkörpert. Sylvester Groth beeindruckt den Zuschauer durch besonders intensives Spiel. Er ist der Charakter, der innerlich bebt, leidet oder Pläne schmiedet - eine spannungsreiche Mischung, die sich da im Spiel erst unterschwellig zusammenbraut und dann Stress suggeriert, oder zu einer Bedrohung werden kann wie ein schlummernder Vulkan. In "Jenseits"spielt Groth einen Staatsanwalt, der einen Jungen überfährt und Unfallflucht begeht. Sein Leben gerät trotz verbissener Gegenwehr aus den Fugen, und der gehetzte Hauptdarsteller hat diesem Schrecken ein Gesicht gegeben. Wenn er gefasst bleibt, dann überzeugt Groth auch als fieser Giftzwerg im Hintergrund, als berechnender Stasi-Agent ("Romeo"), als mitleidender Freund ("Verzweiflung“) oder bedauernswerter Aussenseiter, als zu unrecht verfolgter Kriegsgefangener ("Der Aufenthalt", 1983) oder als verliebter Dichter Clemens Brentano ("Requiem für eine romantische Frau", 1999). Durch seine grosse Wandlungsfähigkeit und Vielseitigkeit überzeugt Groth auch als Sex-Revoluzzer Oswalt Kolle in "Kolle – Ein Leben für Liebe und Sex" oder als Joseph Goebbels in Dani Levis Komödie "Mein Führer".

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