© Christian Kohlund
Ernst Jacobi

Ernst Jacobi wurde am 11. Juli 1933 in Berlin geboren und wuchs auch dort auf. Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für das Theater, bereits als Jugendlicher begann er ab 1947 mit Sprechrollen beim damaligen RIAS Berlin. Bevor er zu einem der bedeutenden Darsteller sowohl auf der Bühne als auch bei Film und Fernsehen avancierte, liess er sich nach dem Abitur ab 1951 drei Jahre lang an der renommierten Max-Reinhard-Schule in Berlin zum Schauspieler ausbilden, ausserdem vertiefte er seine Studien anschliessend bei Jaques Lecoq an der "Stage d'éte sur le mime" in Paris und London.

Ein erstes Engagement erhielt er noch während seiner Ausbildung 1951 von Rudolf Noelte am Berliner "Hebbel-Theater" und gab sein Bühnendebüt in Shakespeares "Die Lustigen Weiber von Windsor", weitere Theaterstationen wurden unter anderem in Berlin das "Theater am Kurfürstendamm", die "Tribüne" und das "Schiller-Theater" sowie weitere bedeutende deutschsprachige Bühnen, beispielsweise in Frankfurt am Main, Köln, Hamburg (Deutsches Schauspielhaus) und München (Kammerspiele). 1977 folgte er einem Ruf an das berühmte Wiener Burgtheater, dem er bis 1984 angehörte, ab 1987 wurde für fünf Jahre das Zürcher Schauspielhaus seine künstlerische Heimat.

Zum Film kam Ernst Jacobi Ende der 50er Jahre. Mit Filmpartnern wie Mario Adorf, Berta Drews, Jeanne Moreau, Robert Mitchum u.v.a. mehr wirkte er in zahlreichen nationalen wie internationalen Produktionen mit. In nachhaltiger Erinnerung geblieben ist er z.B. auch in der Oscar-gekrönten Grass-Verfilmung "Die Blechtrommel" als Gauleiter Löbsack.

Seit den ersten Versuchsendungen Anfang der 50er Jahre arbeitete Ernst Jacobi aber bereits für das Fernsehen. In mehr als  200  Fernsehproduktionen (u.v.a. "Tadellöser und Wolff", "Bauern, Bonzen, Bomben", "Leben des schizophrenen Dichters Alexander März", "Frau Jenny Treibel" - mit Maria Schell -, "Vom Webstuhl zur Weltmacht", "Der Bastard" - mit Peter Sattmann und Gudrun Landgrebe -, "Die Bertinis" – mit Hannelore Hoger -) stellte Ernst Jacobi immer wieder mit mannigfaltigen Rollen seine darstellerische Dominanz unter Beweis. Für sein Film- und Fernsehschaffen erhielt er u.a. den "Grossen Berliner Kunstpreis" von der Akademie der Künste sowie den "prix italia" und beim "Mostra Internazionale del Film d'Autore" 1972 in San Remo die Auszeichnung als "Bester Darsteller". Neben seiner umfangreichen Arbeit für Theater und Film arbeitet der Schauspieler seit Jahrzehnten für den Hörfunk. Sowohl bei der Hörspielfassung von "Otherland" von Tad Williams (Hessischer Rundfunk), die als grösste Produktion der Radio-Geschichte gilt, als auch bei der WDR-Produktion des "Orientzyklus" von Karl May, beide in der Regie von Walter Adler, wirkte Ernst Jacobi mit. Mit seiner sanften, angenehmen Stimme lässt der Künstler Figuren in inzwischen mehr als 400 Audio-Produktionen lebendig werden.


zurück


Home