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Kazuo Ishiguro "Alles, was wir geben mussten"
(Lesung, 9 CD, ca. 634 Min.)

"Die Frage, ob Selbstsucht und Verrohung in unserer Gesellschaft und die Instrumentalisierung des menschlichen Lebens bereits so weit fortgeschritten sind, dass wir Ishiguros Szenario für plausibel, möglich oder gar wahrscheinlich halten, muss jeder für sich selbst beantworten" hiess es in einer Rezension zum Buch des Blessing Verlages in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Es fängt alles so harmlos an als handele es sich bei den Figuren des Romans um eine spezielle Form von Wohltätern. In einem englischen College ist in erster Linie von "Betreuern" und "Spendern" die Rede. Erzählt wird die Geschichte von Kathy, 31 Jahre alt, seit 11 Jahren Betreuerin, die sich um ihre Spender Ruth und Tommy kümmert. Erst spät wird dann deutlich, dass es eben doch keine klassische Pubertäts- und Internatsgeschichte handelt, sondern um einen Thriller, dessen Science-Fiction-Szenario man am Ende mit der gesellschaftlichen Realität verschmolzen glaubt.


"Ein betörender und melancholischer Roman von einem der bedeutendsten Schriftsteller unserer Zeit", heisst es in der Begründung zur Verleihung des Corine-Preises 2006 (Belletristik-Preis des Zeitverlages) an den Autor und Booker-Preisträger Kazuo Ishiguro.

Corinna Kirchhoff, eine der herausragenden deutschsprachigen Schauspielerinnen, gibt Kathy ihre Stimme und vermittelt dem Zuhörer den Eindruck, dass mitten unter uns bereits Wirklichkeit wird, was Ishiguro als "Metapher für die Ohnmacht des Menschen" (Der Spiegel) beschreibt.

ISBN 978-3-9523087-5-2

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