Am 24. August 1906 wird sie in Kopenhagen geboren und verlebt dort eine glückliche Kindheit und Jugend. Und obwohl Ruth Berlau von jeher Schauspielerin werden möchte, verdient Sie sich erste Anerkennung mit dem reichlich ausgeschmückten Reisebericht einer Fahrradtour von Kopenhagen nach Paris. Durch diese abenteuerliche Erzählung auf sie aufmerksam geworden, schickt die Zeitung „Politiken“ sie mit dem Rad nach Moskau, um im Stil ihrer Parisreise über die Misstände in der Sowjetunion zu schreiben. Der Auftrag misslingt, sie kehrt als Kommunistin in die Heimat zurück, wo sie sich endlich den Traum der Schauspielerei am Königlichen Theater erfüllt. Später gründet sie ein eigenes Arbeitertheater und im Zuge ihrer Arbeit mit ihrem Ensemble begegnet Ruth Berlau 1933 dem Mann, der ihr weiteres Leben massgeblich beeinflussen wird und dessentwegen sie sich 1936 nach 10 Jahren Ehe von dem angesehen Arzt Robert Lund scheiden lässt: Bertolt Brecht. Sie fotografiert, organisiert, schreibt, inszeniert und liebt für ihn. Gemeinsam veröffentlichen sie den Band „Jedes Tier kann es“, dessen Erzählungen damals jedoch als höchst anstössig empfunden werden und zunächst keinen Verleger finden. Nach der Flucht mit dem Brecht-Clan vor den Nazis über Schweden, Finnland und Russland in die USA kommt es durch die Geburt eines gemeinsamen Kindes, welches wenige Tage nach der Geburt stirbt zum Bruch mit Brecht. Brecht wollte die Schwangerschaft geheim halten. Man kehrt zwar nach dem Krieg gemeinsam nach Ost-Berlin zurück, doch die gemeinsame „Produktion“ wie Brecht es nennt ist beendet. Die einst so lebenslustige, geltungssüchtige und schöne„rote“ Ruth verbringt einsame, unproduktive, von Alkoholkonsum und Depression geprägte Jahre in Berlin. Am 16. Januar 1974 stirbt sie mit brennender Zigarette in einem Bett der Charité.
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