Pierre Assouline wurde 1953 in Casablanca geboren. Er entstammt einer sephardischen Familie, sein Vater kämpfte in der Resistance. Assouline ist Chefredakteur der renommierten Literaturzeitschrift LIRE. Er schrieb Biografien u.a. über Georges Simenon, Jean Jardin, Hergé, Gaston Gallimard, Daniel-Henry Kahnweiler, und Dokumentationen, z.B. über eine legendäre sephardische Bankiersdynastie („Le dernier des Camondo“) und über Lourdes. Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. „Die Kundin“ (La Cliente“) erschien 1998 bei Gallimard und in der deutschen Übersetzung von Marianne Schönbach 1999 im Mannheimer Persona Verlag.
Als Pierre Assouline Anfang der neunziger Jahre im Archiv arbeitete, um das Leben von Georges Simenon im Krieg zu erforschen, fand er zahlreiche anonyme Denunziationen. Eine galt der Familie eines Freundes, die deportiert wurde. Marguerite Duras, die er am gleichen Tag traf und von seinem Fund berichtete, prophezeite ihm: „Du wirst sehen, das wird dein erster Roman.“ Wieder im Archiv, stiess er auf die Namen seiner Schwiegereltern. Das ging ihm zu nahe. Er beschloss, nicht weiterzusuchen. Erst sieben Jahre danach entstand „Die Kundin“. Die Fiktionalisierung half ihm, den zum Schreiben notwendigen Abstand zu wahren. „In meinen Augen ist das Leben nicht schwarz-weiss“, sagt Pierre Assouline. „Es ist grau. Was mich interessiert, sind die Menschen und ihre geheimen Schubladen“. Das spiegelt sich in seinen Romanen wider.
Für seinen 2005 erschienenen Roman „Lutetia“ (deutsch „Lutetias Geheimnisse“, 2006 Blessing) erhielt Assouline den Prix de la Maison de la Presse.
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